Worum es geht
Ein Satz Vergabeunterlagen besteht aus der Aufforderung zur Angebotsabgabe, den Bewerbungsbedingungen, der Leistungsbeschreibung, den Vertragsbedingungen und einem Stapel Formblätter. Um zu einer Entscheidung zu kommen, liest man den Rahmenteil vollständig und blättert im Leistungsverzeichnis, bis klar ist, ob der Umfang zum Betrieb passt. Das dauert eine halbe bis mehrere Stunden, und häufig stellt sich am Ende heraus, dass die Ausschreibung nicht in Frage kommt.
Die Vorprüfung nimmt diese erste Sichtung ab. Sie liest die Unterlagen und füllt einen Steckbrief mit 18 festen Punkten, darunter Fristen, geforderte Nachweise und Ausschlussgründe. Zu jeder Angabe nennt sie die Seite, auf der sie steht, und was sie nicht findet, meldet sie als nicht gefunden. Ob Sie anbieten, entscheiden weiterhin Sie, nach wenigen Minuten statt nach Stunden.
Was die Modelle leisten
Neun Modelle, dieselben 8 Vergabevorgänge, dieselbe Anweisung, dieselben 9 Prüfungen. Die oberen drei laufen auf einem Rechner in Ihrem Betrieb, die mittleren zwei auf gemieteter Rechenzeit in Frankreich, die unteren vier in der Cloud bei zwei Anbietern. Ein Vorgang gilt erst dann als fehlerfrei, wenn keine einzige Prüfung anschlägt: keine erfundene Angabe, keine übersehene, jede Angabe mit der Seite, auf der sie wörtlich steht. Die dritte Zahl sagt, welcher Anteil der 18 Punkte richtig und mit der richtigen Seite gefüllt ist.
| Modell | Läuft auf | Fehlerfreie Vorgängevon 8 | Korrekturenje Vorgang, etwa | Punkte richtig gefülltAnteil der 18 | Je Vorgang | Kostenje Vorgang |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auf einer Maschine im Betrieb | ||||||
| qwen3.5:9boffenes Modell, 9,7 Milliarden Parameter | Bürorechner mit Grafikkarte, 8 GB | 0,0 | 10,1 | 76,1 % | 96 s | keine |
| qwen3.5:4bdieselbe Generation, kleinere Klasse | Notebook der gehobenen KlasseFüllt mehr Punkte richtig als das größere Modell derselben Generation, bei gleich vielen Fehlern, auf einem Notebook und doppelt so schnell. | 0,0 | 10,1 | 78,9 % | 45 s | keine |
| Qwen3.8 27Boffenes Modell, 27 Milliarden Parameter | Rechner im Betrieb um 2.000 Euro, 128 GB SpeicherGemessen auf gemieteter Rechenzeit (0,58 ct je Vorgang), weil ein solcher Rechner hier noch nicht steht; dieselben Gewichte laufen im Haus. Die Sekunden gelten für den Anbieter. Sein Fehler ist die unvollständige Nachweisliste, erfunden wird selten. | 1,8 | 3,2 | 91,9 % | 50 s | keine |
| Offenes Modell auf gemieteter Rechenzeit in der EU | ||||||
| Mistral Medium 3.5Mistral, offenes Modell, 128 Milliarden Parameter | Gemietete Rechenzeit in Frankreich, Datensammlung abgelehntDas schnellste Modell der Tafel, mit dem dichtesten Vorgang in allen Durchgängen vollständig. Für eine Integration mit EU-Pflicht direkt beim Anbieter in Frankreich, dieselben Gewichte. | 1,0 | 2,4 | 93,6 % | 13 s | 2,0 ct |
| Ministral 8BMistral, offenes Modell, 8 Milliarden Parameter | Gemietete Rechenzeit in Frankreich, Datensammlung abgelehntAuf der Ebene des lokalen 9B-Modells, bei einem Viertel der Zeit. Mehr als die Hälfte seiner Fehler sind Zitate, die nicht wörtlich auf der Seite stehen. Läuft auch auf einem Bürorechner mit Grafikkarte. | 0,0 | 8,9 | 73,6 % | 26 s | 0,06 ct |
| Über einen Dienst im Netz | ||||||
| Claude Sonnet 5Anthropic, Größe nicht veröffentlicht | Rechenzentrum, die Unterlagen verlassen den Betrieb | 3,4 | 1,3 | 97,9 % | 25 s | 3,9 ct |
| Claude Haiku 4.5Anthropic, kleinere Klasse | Rechenzentrum, die Unterlagen verlassen den Betrieb | 0,4 | 3,3 | 91,8 % | 27 s | 2,1 ct |
| GPT-5.6 TerraOpenAI, mittlere Klasse | Rechenzentrum, die Unterlagen verlassen den Betrieb | 1,6 | 1,6 | 96,4 % | 35 s | 2,5 ct |
| GPT-5.6 LunaOpenAI, kleine Klasse | Rechenzentrum, die Unterlagen verlassen den BetriebEtwas vor dem kleinen Modell von Anthropic, zu einem Achtel des Preises. | 1,2 | 2,9 | 93,3 % | 36 s | 0,28 ct |
Ein Beispiel, drei Maschinen
Eine Unterhaltsreinigung, ausgeschrieben von einem Landratsamt. Die Bewerbungsbedingungen verlangen alle Nachweise erst auf Nachfrage der Vergabestelle. Auf Seite 4 der Zusätzlichen Vertragsbedingungen, zwischen Schlüsselverwaltung und Datenschutz, steht dagegen eine Tariftreueerklärung, die mit dem Angebot abzugeben ist; fehlt sie, wird das Angebot ausgeschlossen. Beim Überfliegen ist dieser Satz leicht zu übersehen. Rechts steht, was die Vorprüfung daraus macht, umschaltbar zwischen dem Notebook, dem Bürorechner mit Grafikkarte und der Cloud.
Der Vorgang, wie er hereinkommtUnterhaltsreinigung eines Dienstgebäudes, 11.400 Quadratmeter, Landratsamt, öffentliche Ausschreibung
- Aufforderung zur Angebotsabgabe2 Seiten, Fristen, Wertung, Form
- Bewerbungsbedingungen2 Seiten, Nachweise, alle erst auf Nachfrage
- Zusätzliche Vertragsbedingungen5 Seiten, Leistungszeiten, Personal, Schlüssel, Tariftreue
- Leistungsverzeichnis mit Raumbuch10 Seiten, 109 Räume mit Fläche und Häufigkeit
Hervorgehoben: die Datei mit der Stelle, an der die Teilnahme hängt.
- Angebotsfrist
- 08.10.2026 um 10:00 UhrAufforderung zur Angebotsabgabe, Seite 1
- Nachweise
- Eigenerklärung zur Eignung (mit Angebot); Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft (auf Verlangen); Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts (auf Verlangen); Nachweis Betriebshaftpflichtversicherung min. 3.000.000 Euro (auf Verlangen); drei Referenzen Unterhaltsreinigung Objekte ab 5.000 qm aus letzten 3 Jahren (auf Verlangen)Bewerbungsbedingungen, Seite 1
- Nachweise
- Verpflichtungserklärung nach LTMG (mit Angebot)Zusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 3
- Ausschlussgründe
- Angebote, denen die Verpflichtungserklärung nach LTMG nicht beiliegt, werden von der Wertung ausgeschlossenZusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 3
Vier der 18 Punkte des Steckbriefs, bei allen drei Modellen dieselben. Die übrigen sind unter anderem Auftraggeber, Verfahren, Lose, weitere Termine und Sicherheiten.
Die Tariftreueerklärung ist gefunden, mit Zeitpunkt und Folge, aber mit der falschen Seite: 3 statt 4. Die übrigen Nachweise stehen in einer einzigen Zeile, und die Eigenerklärung ist dort mit dem Angebot verlangt; in den Unterlagen ist sie erst auf Nachfrage fällig. Fünf Pflichtangaben fehlen ganz, darunter das Angebotsschreiben und das Konzept, das mit 30 Prozent in die Wertung eingeht.
Notebook der gehobenen Klasse. 46 Sekunden für diesen Vorgang, erfasst diesen Vorgang in keinem der fünf Durchgänge fehlerfrei.
- Angebotsfrist
- 08.10.2026 10:00Aufforderung zur Angebotsabgabe, Seite 1
- Nachweise
- Eigenerklärung zur Eignung (auf Anforderung).Bewerbungsbedingungen, Seite 1
- Nachweise
- Verpflichtungserklärung nach dem LTMG (mit Angebot).Zusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 2
- Ausschlussgründe
- Ausschluss bei fehlender Verpflichtungserklärung nach LTMG.Zusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 2
Vier der 18 Punkte des Steckbriefs, bei allen drei Modellen dieselben. Die übrigen sind unter anderem Auftraggeber, Verfahren, Lose, weitere Termine und Sicherheiten.
Die Nachweise stehen einzeln und mit dem richtigen Zeitpunkt da, auch die Tariftreueerklärung, allerdings mit der falschen Seite: 2 statt 4. Unter den Ausschlussgründen stehen zwei, die es in den Unterlagen nicht gibt: ein fehlendes Angebotsschreiben und ein fehlendes Konzept. Die Angaben zu Bietergemeinschaft und Nachunternehmern fehlen, bei der Haftpflicht fehlt die geforderte Deckungssumme.
Bürorechner mit Grafikkarte, 8 GB. 118 Sekunden für diesen Vorgang, erfasst diesen Vorgang in keinem der fünf Durchgänge fehlerfrei.
- Angebotsfrist
- 2026-10-08 10:00Aufforderung zur Angebotsabgabe, Seite 1
- Nachweise
- Eigenerklärung zur Eignungauf gesondertes VerlangenBewerbungsbedingungen, Seite 1
- Nachweise
- Verpflichtungserklärung nach dem LTMGmit dem AngebotZusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 4
- Ausschlussgründe
- Angebote ohne beiliegende LTMG-Verpflichtungserklärung werden von der Wertung ausgeschlossen, ohne NachforderungZusätzliche Vertragsbedingungen, Seite 4
Vier der 18 Punkte des Steckbriefs, bei allen drei Modellen dieselben. Die übrigen sind unter anderem Auftraggeber, Verfahren, Lose, weitere Termine und Sicherheiten.
Alle achtzehn Punkte stimmen, jede Angabe steht mit der richtigen Seite da. Die Tariftreueerklärung erscheint zweimal: als Nachweis, der mit dem Angebot abzugeben ist, und als Ausschlussgrund ohne Nachforderung.
Rechenzentrum, die Unterlagen verlassen den Betrieb. 31 Sekunden für diesen Vorgang, erfasst diesen Vorgang in allen fünf Durchgängen fehlerfrei.
Wie geprüft wurde
8 vollständige Vergabevorgänge, 25 Dateien, 92 Seiten, gestreut über fünf Arten von Auftraggebern und sechs Gewerke. Darunter ein Direktauftrag über zwei Seiten, eine Ausschreibung, die in vier getrennt vergebene Gewerke aufgeteilt ist, zwei Angebotsfristen, die sich widersprechen, eine Nachweisliste, die als Scan ohne Text beiliegt, und ein Pflichttermin, der bereits verstrichen war.
Geprüft wird gegen Vergleichsdaten, die vor dem ersten Durchlauf feststanden: je Punkt der erwartete Wert und die Stelle, an der er steht. Aus denselben Unterlagen liefert ein Modell nicht jedes Mal dasselbe. Deshalb lief jeder Vorgang fünfmal, und die Tabelle zeigt den Durchschnitt dieser fünf Durchgänge.
Die Prüfung selbst ist zweimal gegengelesen worden. Von den ersten 66 gemeldeten Fehlern waren 61 Prozent Fehler der Prüfung selbst. Eine zweite Durchsicht Ende September fand weitere, in beide Richtungen: erfundene Ausschlussgründe gingen als Treffer durch, richtige Angaben galten als fehlend. Über die 360 Durchläufe der Tabelle sind dabei 373 Fehlalarme weggefallen und 103 berechtigte Fehler dazugekommen; die Tabelle steht auf dem korrigierten Stand.
Die Steckbriefe hat ein Programm mit festen Regeln geprüft, etwa ob jedes Zitat auf der genannten Seite steht. Ein Modell als Prüfer kam nicht zum Einsatz. Der Betrieb, die Auftraggeber und alle Unterlagen sind fiktiv.
Was die Tabelle zeigt
Kein Modell auf einer Bürokarte mit 8 GB hat einen einzigen der acht Vorgänge fehlerfrei erfasst. Über 120 Durchläufe steht die erste Spalte dort bei null. Das unterscheidet diesen Anwendungsfall von den anderen auf dieser Website: eine Postsichtung oder ein Besuchsbericht gelingt auf dieser Hardware regelmäßig, ein Satz Vergabeunterlagen nicht.
Brauchbar ist die kleine Hausvariante trotzdem, als Wegweiser in die Unterlagen. Drei Viertel der Punkte kommen richtig und mit Seite zurück. Was fehlt, ist die Verlässlichkeit im Einzelfall; wer sich auf den Steckbrief stützt, schlägt die entscheidenden Stellen nach.
Die nächste Hardwareklasse gibt dem Fall die Hausvariante zurück. Ein Rechner um 2.000 Euro mit 128 GB Speicher trägt ein offenes Modell mit 27 Milliarden Parametern. Es erfasst 1,8 von 8 Vorgängen ohne einen einzigen Fehler und füllt 92 Prozent der Punkte richtig, gegen 76 Prozent auf der Bürokarte. Bei den Punkten steht es damit neben dem kleinen Modell von Anthropic, bei den fehlerfreien Vorgängen davor. Sein häufigster Fehler ist eine unvollständige Liste der Nachweise, erfunden wird selten, und für den Kalkulator ist das die bessere der beiden Fehlerarten: eine Lücke bleibt eine Lücke, eine erfundene Frist wird geglaubt. Gemessen wurde es auf gemieteter Rechenzeit, weil ein solcher Rechner hier noch nicht steht.
Die Generation wiegt schwerer als die Größe. Das kleinere Modell der aktuellen Generation läuft auf einem Notebook, braucht die Hälfte der Zeit und füllt mehr Punkte richtig als die Vorgängergeneration mit vergleichbarer Parameterzahl.
Die interessante Mitte ist gemietete Rechenzeit in der EU. Ein offenes Modell aus Frankreich, in einem französischen Rechenzentrum mit abgelehnter Datensammlung, füllt 93,6 Prozent der Punkte richtig, braucht 13 Sekunden je Vorgang und ist damit das schnellste Modell der Tafel; es kostet 1,98 Cent je Vorgang. Das beste Modell in der Cloud liegt bei 97,9 Prozent und kostet 3,88 Cent, also das Doppelte. Günstiger ist das kleine Modell von OpenAI: es liegt bei 93,3 Prozent für 0,28 Cent, ein Vierzehntel des besten Modells in der Cloud. Die Unterlagen verlassen dafür Europa; wer das nicht will, bleibt bei dem Modell aus Frankreich.
Worauf es beim Aufbau ankommt
Die Unterlagen gehen nicht unverändert an das Modell. Beim umfangreichsten Vorgang, 36 Seiten mit einem Leistungsverzeichnis von 322 Positionen, kam auf dem Bürorechner ohne Vorbereitung kein einziger Punkt zurück: der Text war zu lang, und der Anfang mit allen Fristen fiel weg. Deshalb werden die Positionen vorher gezählt und zusammengefasst, der übrige Text bleibt vollständig. So kam auch eine Frist an, die mitten im Leistungsverzeichnis stand und nirgendwo sonst.
Eine strengere Anweisung an das Modell hat nicht geholfen. Es erfand danach seltener, verlor aber öfter den Zeitpunkt eines Nachweises, also ob er mit dem Angebot oder erst auf Nachfrage fällig ist. Genau daran hängt der Ausschluss, deshalb ist die Änderung verworfen.
Was das für Ihren Betrieb heißt
Vergabeunterlagen sind bis zur Submission vertraulich, und die Nutzungsbedingungen mancher Portale beschränken ihre Weitergabe. Deshalb ist die Frage, wo die Maschine steht, hier keine Nebenfrage.
- Alles bleibt im Haus
- Ein Rechner mit Grafikkarte im Betrieb, die Unterlagen verlassen ihn nie. Auf einer Bürokarte kommen drei Viertel der Punkte richtig zurück, und jeder Vorgang braucht mindestens eine Korrektur. Ein Rechner der nächsten Klasse, rund 2.000 Euro, füllt neun von zehn Punkten richtig und erfasst gut jeden fünften Vorgang ohne Korrektur. In beiden Fällen verkürzt der Steckbrief die Sichtung und ersetzt den Blick in die Unterlagen nicht. Keine laufenden Kosten, eine halbe bis zwei Minuten je Vorgang.
- Gemietete Rechenzeit in der EU
- Ein offenes Modell in einem europäischen Rechenzentrum, mit vertraglich abgelehnter Datensammlung und festgelegtem Unterhoster. Deutlich weniger Korrekturen, je nach Modell unter einem Zehntel Cent bis knapp zwei Cent je Vorgang, eine viertel bis halbe Minute. Die Unterlagen verlassen den Betrieb, bleiben aber im Geltungsbereich der DSGVO.
- Ein Dienst in der Cloud
- Die genauesten Ergebnisse, beim besten Modell gut vier von zehn Vorgängen ganz ohne Korrektur, wenige Cent je Vorgang. Die Unterlagen liegen bei einem Anbieter außerhalb der EU. Für Ausschreibungen, deren Vertraulichkeit vertraglich geregelt ist, gehört das vorher geprüft.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welche Ihrer Ausschreibungen dürfen das Haus verlassen, und was ist Ihnen die Genauigkeit wert, die Sie dafür bekommen?
Wo es heute an die Grenze kommt
Ein Beleg ist noch keine Wahrheit. In einem der Durchläufe trugen alle achtzehn Punkte ein wörtliches Zitat von der richtigen Seite, und darunter stand eine frei erfundene Verfahrensart. Die Fundstelle beweist nur, dass die Stelle existiert. Ob dort auch der Wert steht, zeigt erst der Blick hinein. Deshalb bleibt der Steckbrief ein Wegweiser.
Zwei Warnungen gibt die Vorprüfung heute nicht. Liegt eine Nachweisliste als Scan ohne Text bei, meldet sie die unlesbare Datei, aber nicht, dass die Liste der Nachweise deshalb unvollständig ist. Ein Pflichttermin, der schon verstrichen ist, fällt nur auf, wenn sein Datum im Steckbrief steht; bei der Objektbesichtigung hat es kein Modell dorthin übernommen. Beide Vorgänge enthalten deshalb bei jedem Modell einen Fehler, und mehr als sechs von acht fehlerfreien Vorgängen sind mit dem heutigen Aufbau nicht erreichbar.
Die gemessene Quote ist eine Obergrenze. Die acht Vorgänge sind nachgebaut. Jeder Auftraggeber setzt seine Unterlagen anders auf, und ein selbstgebauter Satz deckt ab, was sein Erbauer kennt. Vor einer Einführung tritt deshalb eine Stichprobe aus Ihren letzten fünf Ausschreibungen daneben; sie gehört zur Arbeit.
Der teuerste Fehler bleibt unsichtbar. Eine falsche Angabe fällt an der Fundstelle auf. Eine fehlende fällt nicht auf, weil ein unvollständiger Steckbrief aussieht wie ein vollständiger. Genau daran hängt der Nutzen: er entsteht nur, wenn weniger gelesen wird, und dann fällt die Lücke niemandem mehr auf. Ob der Fall trägt, hängt deshalb an der Arbeitsweise im Betrieb.
Wie viele Ausschreibungen sichten Sie, um eine anzubieten?
Diese Zahl kennen die meisten Betriebe. Sie ist der Ausgangspunkt für die Frage, ob sich der Fall bei Ihnen rechnet: mit ihr und der Zeit je Sichtung lässt sich in zwanzig Minuten überschlagen, was eine Vorprüfung einbringen müsste.